LocationRikers Island, New York City, USA
Der Albtraum eines 16-Jährigen begann mit einer falschen Anschuldigung\n\nKalief Browder war im Mai 2010 auf dem Heimweg von einer Party, als ihn die Polizei in der Bronx, New York, auf offener Straße stoppte. Ein Mann behauptete, der 16-jährige Teenager habe ihm zwei Wochen zuvor seinen Rucksack geraubt. Browder bestritt die Vorwürfe vehement — er hatte nichts getan. Doch das bedeutete nicht, dass er freikam.\n\nBrowder wurde verhaftet und wegen Raubes angeklagt. Seine Familie konnte die 3.000 Dollar Kaution nicht aufbringen, die nötig gewesen wären, um ihn bis zum Prozess freizubekommen. Also wurde Browder nach Rikers Island gebracht, eines der berüchtigtsten Gefängnisse der USA, wo er darauf warten sollte, dass das Rechtssystem seinen Fall bearbeitete.\n\nDie Wartezeit dauerte drei Jahre. Zum Prozess kam es nie.\n\n## Drei Jahre im Limbo des Systems\n\nIn den folgenden 1.114 Tagen saß Kalief Browder im Gefängnis, ohne für irgendetwas verurteilt worden zu sein. Technisch gesehen war er unschuldig — „unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils