West Memphis Three: 18 Jahre Haft wegen Satanismus-Vorwürfen
Am 6. Mai 1993 wurden drei achtjährige Jungen in West Memphis, Arkansas, ermordet aufgefunden. Die Polizei beschuldigte drei Teenager eines satanistischen Ritualmords – basierend auf deren Kleidungsstil und Musikgeschmack. Der Fall wurde zum globalen Symbol für einen Justizirrtum, geboren aus moralischer Panik.

Sagsdetaljer
Quick Facts
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Als die Satanspanik Arkansas erreichte
Am 6. Mai 1993 verschwanden drei achtjährige Jungen in West Memphis, Arkansas. Steve Branch, Michael Moore und Christopher Byers wurden am nächsten Tag tot in einem Waldgebiet namens Robin Hood Hills gefunden. Ihre Körper waren mit Schnürsenkeln gefesselt, und die brutale Natur des Verbrechens schockierte die kleine Gemeinde.
Anstatt Beweisen und forensischer Wissenschaft zu folgen, wandte sich die Polizei drei Teenagern zu, die herausstachen: Damien Echols, Jason Baldwin und Jessie Misskelley Jr. Ihr Verbrechen? Sie hörten Heavy Metal, trugen schwarze Kleidung und lasen Bücher über Wicca. Im Arkansas der 1990er-Jahre reichte das aus, um als Satanist abgestempelt zu werden.
Ein Geständnis unter zweifelhaftem Druck
Jessie Misskelley Jr., ein 17-Jähriger mit einem IQ von 72, wurde 12 Stunden lang ohne anwesenden Anwalt verhört. Nach stundenlangem Druck legte er ein Geständnis ab, das voller faktischer Fehler war: Er gab den falschen Tatzeitpunkt an, beschrieb Details falsch und widersprach sich während der gesamten Aussage.
Trotzdem wurde das Geständnis als Hauptbeweis gegen alle drei Teenager verwendet. Damien Echols, der als Anführer der Gruppe dargestellt wurde, erhielt die Todesstrafe. Jason Baldwin und Jessie Misskelley wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Prozess war durchsetzt von falschen Geständnissen und Zeugenaussagen selbsternannter Satanismus-Experten, die behaupteten, Muster im Verbrechen deuten zu können.


