
Om episoden
Die dänische Podcast-Moderatorin Stine Bolther untersucht in ihrer Serie 'Danske Drabssager' (Dänische Mordfälle) eines der dunkelsten Kapitel der dänischen Geschichte: die systematischen Hinrichtungen mutmaßlicher Kollaborateure durch die Widerstandsbewegung während der deutschen Besatzung von 1940 bis 1945.
Kalte Zahlen eines heißen Konflikts
Zwischen 1940 und 1945 wurden etwa 400 dänische Kollaborateure von Widerstandskämpfern liquidiert. Die Zahlen stiegen dramatisch an: 1943 wurden nur 12 Menschen hingerichtet, 1944 bereits 140 und 1945 erreichten die Hinrichtungen mit 238 Tötungen ihren Höhepunkt.
Die hohen Zahlen im letzten Kriegsjahr spiegeln die zunehmende militante Aktivität wider, als die Befreiung näher rückte und die deutschen Besatzer die Kontrolle verloren.
Nicht alle waren wirklich Spitzel
Ein erschreckendes Detail dieser Lynchjustiz: Nur 13 Prozent der Hingerichteten waren tatsächlich "Stikker" — also Personen, die die Deutschen mit Informationen versorgt hatten. Das bedeutet, dass die große Mehrheit der Opfer aus anderen Gründen getötet wurde: Verdacht, Rache oder Kalkül.
Der Podcast beleuchtet konkrete Fälle organisierter Entführungen, fehlgeschlagener Doppelmorde, bei denen Unschuldige anstelle der eigentlichen Ziele starben, und komplexer Rachefeldzüge im Namen der "Gerechtigkeit" der Widerstandsbewegung.