FBI profiling
Methode der Fallanalyse zur Erstellung von Täterprofilen unbekannter Straftäter durch das Federal Bureau of Investigation, die aus objektiven Tatortspuren und Tatumständen auf Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale des Täters schließt.

Definition
FBI profiling bezeichnet eine vom Federal Bureau of Investigation entwickelte kriminalistische Methode zur Erstellung von Täterprofilen bei schweren Gewaltverbrechen mit unbekanntem Täter. Dabei werden aus objektiven Tat- und Falldaten, insbesondere aus Tatortbefunden, Tatablauf und Opfermerkmalen, systematisch Hypothesen über Persönlichkeitsmerkmale, Verhaltensweisen und soziodemografische Charakteristika des mutmaßlichen Täters abgeleitet.
Der Begriff wird im deutschsprachigen Raum häufig synonym für die allgemeine Täterprofilerstellung verwendet, obwohl in der deutschen Kriminalistik der Fachbegriff Operative Fallanalyse gebräuchlicher ist. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Prozess der Fallanalyse und dem Ergebnis, dem eigentlichen Profil. Das FBI profiling fokussiert sich insbesondere auf Serientäter und schwere Gewaltverbrechen wie Tötungsdelikte und Sexualverbrechen.
Einen eigenständigen gesetzlichen Begriff stellt FBI profiling weder im deutschen Recht noch im internationalen Strafrecht dar. Es handelt sich vielmehr um eine fallanalytische Ermittlungsmethode, die zur Eingrenzung des Täterkreises und zur Priorisierung von Ermittlungsansätzen eingesetzt wird. Die Methode hat keinen Beweiswert im engeren Sinne, sondern dient als investigatives Hilfsmittel.
Im True-Crime-Kontext wird der Begriff FBI profiling häufig als dramaturgisches Element verwendet, wobei die Arbeit von Profilern oft mythisch überhöht dargestellt wird. Das Genre True Crime behandelt reale Kriminalfälle dokumentarisch oder erzählerisch und nutzt die Darstellung von Profiling-Methoden zur Spannungserzeugung und zur Illustration kriminalistischer Ermittlungsarbeit.
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