finanssvindel
Betrügerische Handlungen im Finanzsektor zur unrechtmäßigen Vermögensverschaffung – international vor allem über Wire und Mail Fraud verfolgt

Definition
Finanssvindel bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch vorsätzliche Betrugshandlungen im Finanzbereich, bei denen durch Täuschung ein unrechtmäßiger Vermögensvorteil erlangt wird. Der Begriff umfasst verschiedene Deliktformen wie Investment-Betrug, Bankenbetrug, Wertpapierbetrug und andere Täuschungshandlungen im Zusammenhang mit Finanzgeschäften. Ein einheitlicher internationaler Rechtsbegriff existiert nicht; die strafrechtliche Verfolgung erfolgt nach den jeweiligen nationalen Rechtsordnungen.
Im US-amerikanischen Recht werden solche Taten typischerweise über die Bundestatbestände Wire Fraud und Mail Fraud verfolgt. Wire Fraud erfasst betrügerische Handlungen unter Nutzung elektronischer Kommunikationsmittel wie Telefon, E-Mail oder Internet, während Mail Fraud den Postweg als Tatmittel voraussetzt. Beide Tatbestände verlangen vorsätzliche Täuschungshandlungen mit dem Ziel unrechtmäßiger Bereicherung.
Die internationale Dimension von Finanzbetrugsfällen ergibt sich häufig durch grenzüberschreitende Zahlungsströme, mehrere Tatorte in verschiedenen Ländern oder Auslandsbezüge der beteiligten Personen. In solchen Fällen stellen sich komplexe Fragen des Internationalen Strafrechts, insbesondere hinsichtlich der Gerichtsbarkeit und des anwendbaren Rechts.
Eine eigene internationale Strafnorm für Finanzbetrug existiert nicht. Die konkrete Strafbarkeit bestimmt sich nach dem jeweils anwendbaren nationalen Recht, das durch kollisionsrechtliche Grundsätze ermittelt wird. Internationale Zusammenarbeit in Ermittlungsverfahren erfolgt über Rechtshilfeabkommen und multilaterale Übereinkommen zur Bekämpfung grenzüberschreitender Wirtschaftskriminalität.
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