sexforbryder-register
Staatliche Registrierungssysteme für verurteilte Sexualstraftäter zur Überwachung, Meldepflicht und teilweise öffentlichen Information

Definition
Ein Sexforbryder-Register (englisch: Sex Offender Registry) ist ein staatliches Erfassungssystem, in dem Personen registriert werden, die wegen bestimmter Sexualdelikte strafrechtlich verurteilt wurden. Diese Register dienen primär der behördlichen Überwachung, der Durchsetzung von Meldepflichten und in vielen Rechtsordnungen auch der öffentlichen Information über die Aufenthaltsorte registrierter Sexualstraftäter.
Im US-amerikanischen Recht bildet das Sex Offender Registration and Notification Act (SORNA) die bundesrechtliche Grundlage für ein landesweites System. SORNA definiert in 34 U.S.C. § 20911 den Begriff des "sex offender" und legt fest, welche Straftaten eine Registrierungspflicht auslösen. Das Gesetz verpflichtet verurteilte Personen, sich bei den zuständigen Behörden zu registrieren, ihren Wohnsitz zu melden und Änderungen ihrer persönlichen Daten regelmäßig zu aktualisieren.
Die Registrierungspflicht kann zeitlich befristet oder lebenslang sein, abhängig von der Schwere der Straftat und der Einstufung des Täters in verschiedene Risikoklassen (Tier I, II oder III im US-System). Verstöße gegen die Meldepflichten können eigenständig strafrechtlich verfolgt werden. In vielen US-Bundesstaaten sind Teile der Registerdaten öffentlich zugänglich, sodass Bürger online einsehen können, wo registrierte Sexualstraftäter wohnen.
Vergleichbare Systeme existieren in anderen Rechtsordnungen mit unterschiedlichen Ausgestaltungen bezüglich Registrierungspflicht, Datenschutz und öffentlichem Zugang. Die rechtspolitische Debatte dreht sich dabei stets um die Balance zwischen öffentlicher Sicherheit, Resozialisierung der Täter und deren Grundrechten.
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