
Der goldene Handschuh — Fatih Akins verstörender Honka-Film
Wie der Deutsche-Filmpreis-Gewinner von 2020 die Grenzen des Zeigbaren ausreizte
Quick Facts
Ein Film, der die Grenzen des Erträglichen testet
Fatih Akins Film "Der Goldene Handschuh" feierte am 23. Oktober 2019 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig seine Uraufführung und löste sofort heftige Reaktionen aus. Einen Tag später startete der Film in deutschen Kinos und konfrontierte das Publikum mit einer der verstörendsten Verfilmungen deutscher Kriminalgeschichte. Basierend auf Heinz Strunks gleichnamigem Roman aus dem Jahr 2016, erzählt der Film die Geschichte des Hamburger Serienmörders Fritz Honka, der zwischen 1971 und 1974 mindestens vier Frauen in seiner Wohnung in der Zeißstraße 74 in St. Pauli ermordete.
Der Regisseur wählte einen kompromisslosen Ansatz: keine Beschönigung, keine künstlerische Verfremdung, keine emotionale Distanz. "Ich wollte nicht beschönigen, sondern die Hölle zeigen, wie sie war", erklärte Akin bei der Pressekonferenz in Venedig. Das Ergebnis war ein Film, der selbst hartgesottene Kritiker an ihre Grenzen brachte.
Jonas Dassler wird Fritz Honka
Die zentrale Leistung des Films ist die Transformation von Jonas Dassler in den alkoholkranken Mörder. Die Maskenbildnerinnen Maike Heinlein und Lisa Edelmann arbeiteten täglich stundenlang an Prothesen, Hautfärbungen und speziellen Kontaktlinsen, um Dassler in den kleinen, verwachsenen Mann mit der verschobenen Schädeldecke zu verwandeln, der Honka war. Das Ergebnis war so verstörend realistisch, dass Stern-Journalisten die Maske als "erschreckend authentisch" beschrieben.


