
Om episoden
Ein Podcast bricht mit Klischees
Jule Gölsdorf und Karolin Kandler haben mit ihrem Podcast Sisters in Crime – Frauen, die töten eine Nische im deutschen True-Crime-Markt besetzt. Während die meisten Podcasts männliche Täter in den Mittelpunkt stellen, fokussieren sich die beiden Hosts auf Fälle, in denen Frauen zu Täterinnen werden. Das Konzept hat sich etabliert: Im Mai 2026 rangiert der Podcast auf Platz 16 der deutschen Geschichte-Podcasts und erreicht ein stetig wachsendes Publikum, das sich für die psychologischen und gesellschaftlichen Hintergründe weiblicher Gewaltverbrechen interessiert.
Die beiden Hosts analysieren in jeder Episode nicht nur die Taten selbst, sondern fragen nach den Motiven, den biografischen Hintergründen und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Weibliche Serienmörder werden in der Kriminologie oft unterschätzt oder romantisiert – Sisters in Crime bietet eine differenzierte Perspektive, die weder verurteilt noch entschuldigt, sondern versucht zu verstehen.
Der Fall aus Hereford: Episode 66
Besondere Aufmerksamkeit erhielt Episode 66 mit dem Titel "Sieben tote Babys, eine Station, keine Beweise". Der Fall ereignete sich in Hereford im Vereinigten Königreich, einer Stadt, die für ihre Ruhe und Beschaulichkeit bekannt ist. Die Episode beschreibt eine ruhige Sackgasse mit eng beieinanderstehenden Häusern, gepflegten Gärten und zugezogenen Vorhängen in den frühen Morgenstunden – ein Setting, das den Kontrast zum schrecklichen Geschehen auf einer Krankenhausstation umso deutlicher macht.