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Serial-Podcast deckt systematische Folter auf
Die preisgekrönte Podcast-Serie Serial von Sarah Koenig wirft Licht auf einen der am besten dokumentierten Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Guantánamo Bay. Im Mittelpunkt steht der 1970 in Mauretanien geborene Mohamedou Ould Slahi, dessen Schicksal die dunkelsten Kapitel amerikanischer Terrorbekämpfung nach dem 11. September 2001 offenbart.
Slahis Geschichte ist beispielhaft für die völkerrechtswidrigen Praktiken, die im Namen der nationalen Sicherheit durchgeführt wurden. Der Fall zeigt, wie nach den Anschlägen von 9/11 grundlegende Rechtsstaatsprinzipien außer Kraft gesetzt wurden.
14 Jahre Haft ohne Anklage
Slahi wurde 2001 auf amerikanischen Druck hin in Mauretanien verhaftet. Was folgte, war eine Odyssee durch die berüchtigtsten Militärgefängnisse der Welt: Zunächst wurde er in ein Gefängnis nach Jordanien verschleppt, dann zur Bagram Air Base in Afghanistan gebracht, bevor er am 5. August 2002 schließlich in Guantánamo Bay ankam.
Insgesamt verbrachte Slahi 14 Jahre in Haft – ohne dass jemals Anklage gegen ihn erhoben wurde. Diese Tatsache allein macht seinen Fall zu einem der kontroversesten Beispiele für Folter und Rechtsverletzungen im Kontext des sogenannten "Kriegs gegen den Terror".