
Aktenzeichen XY: 55 Jahre Verbrechensaufklärung im ZDF
Wie die Kultsendung seit 1967 über 3.000 Verbrechen aufklärte
Quick Facts
Das ZDF strahlte am 21. November 1967 die erste Folge von Aktenzeichen XY … ungelöst aus und begründete damit die langlebigste Kriminalsendung des deutschen Fernsehens. Über 600 Folgen und mehr als 55 Jahre später ist die Sendung weiterhin ein zentrales Instrument der Verbrechensaufklärung und hat zur Lösung von über 3.000 Fällen beigetragen – darunter 100 Morde, 200 Sexualdelikte und 1.500 Eigentumsdelikte.
Die Ära Eduard Zimmermann
Eduard Zimmermann (1929–2009) prägte Aktenzeichen XY von der ersten Folge 1967 bis zu seinem Rückzug 1993 als Hauptmoderator. Seine sachliche, aber eindringliche Art machte die Sendung zum Publikumsmagneten. Zimmermann verstand es, die Schwere der Verbrechen zu vermitteln, ohne sie zu sensationalisieren. Das True Crime-Format war damals revolutionär: Statt reiner Unterhaltung stand die konkrete Mithilfe der Zuschauer bei der Aufklärung ungelöster Fälle im Vordergrund. Bis 2007 moderierte Zimmermann vereinzelt Sonderausgaben, bevor er sich endgültig zurückzog.
Rudi Cerne führt das Erbe fort
Seit 1994 moderiert Rudi Cerne (*1957) Aktenzeichen XY und hat das Format behutsam modernisiert, ohne die Kernelemente zu verändern. Die Sendung läuft weiterhin mittwochs um 20:15 Uhr und präsentiert ungelöste Fälle mithilfe von Polizei und Staatsanwaltschaft. Fahndungsfotos, Tatortermos, Zeugenaussagen und Zeichnungen werden eingesetzt, um die Zuschauer zur Mithilfe aufzurufen. Pro Folge gehen durchschnittlich 12.000 Hinweise ein – eine beeindruckende Resonanz, die die anhaltende Bedeutung der Sendung unterstreicht.