Alexander Toro Møllmann: Lebenslang für Mord an Schwangerer
Dänischer Täter wurde 2024 für den Mord an Louise Borglit verurteilt – die Tat lag sechs Jahre zurück

Dänischer Täter wurde 2024 für den Mord an Louise Borglit verurteilt – die Tat lag sechs Jahre zurück

Im November 2016 wurde die 32-jährige Louise Borglit tot im Elverparken in Herlev aufgefunden, einer Stadt im Großraum Kopenhagen. Die Frau war hochschwanger und befand sich in einer späten Phase ihrer Schwangerschaft. Sie wurde Opfer einer brutalen Messerattacke – die Obduktion ergab elf Messerstiche.
Der Mord erschütterte die dänische Öffentlichkeit, nicht nur wegen der Brutalität der Tat, sondern auch weil mit Louise Borglit faktisch zwei Leben ausgelöscht wurden. Ihr ungeborenes Kind hatte keine Chance zu überleben.
Trotz intensiver polizeilicher Ermittlungen blieb der Fall über Jahre hinweg ungelöst. Die Täterschaft konnte zunächst nicht ermittelt werden, und die Angehörigen von Louise Borglit mussten ohne Antworten leben.
Erst im Jahr 2022 – sechs Jahre nach der Tat – kam Bewegung in den Cold Case. Alexander Toro Møllmann wurde festgenommen und des Mordes angeklagt. Zu diesem Zeitpunkt saß er bereits wegen einer anderen Straftat in Haft.
Im Juni 2024 wurde Alexander Toro Møllmann vor Gericht gestellt und wegen des Mordes an Louise Borglit zur Verwahrung verurteilt. Die dänische Justiz erkannte die besondere Gefährlichkeit des Täters.
Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, um eine härtere Strafe durchzusetzen. Im Oktober 2025 gab das Østre Landsret (Ostdänisches Obergericht) dieser Berufung statt und verschärfte das Urteil zu einer lebenslangen Haftstrafe.
Das Gericht begründete die lebenslange Haftstrafe damit, dass Møllmann eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit darstelle. Die Richter sahen keine andere Möglichkeit, als ihn auf unbestimmte Zeit wegzusperren, um weitere Straftaten zu verhindern.
In Dänemark bedeutet eine lebenslange Haftstrafe in der Regel eine Mindestverbüßung von 12 bis 16 Jahren, bevor eine bedingte Entlassung geprüft werden kann. Bei besonders gefährlichen Tätern kann die Haft jedoch deutlich länger andauern oder sogar niemals enden.
Der Fall Alexander Toro Møllmann zeigt exemplarisch die Herausforderungen bei der Aufklärung von Gewaltverbrechen. Dass zwischen Tat und Festnahme sechs Jahre lagen, ist keine Seltenheit bei komplexen Fällen. Moderne forensische Methoden und neue Ermittlungsansätze ermöglichen es jedoch zunehmend, auch ältere Fälle noch aufzuklären.
Für die Familie und Freunde von Louise Borglit brachte die Verurteilung zumindest einen gewissen Abschluss, auch wenn der Verlust niemals rückgängig gemacht werden kann.