Zu seinen Opfern gehörten:
- Julie Lejeune (8 Jahre)
- Mélissa Russo (8 Jahre)
- An Marchal (17 Jahre)
- Eefje Lambrecks (19 Jahre)
- Sabine Dardenne (12 Jahre)
- Laetitia Delhez (14 Jahre)
- Bernard Weinstein (43 Jahre, Komplize)
Verhungert während seiner Haft
1996 saß Dutroux selbst wegen Autodiebstahls im Gefängnis. Während er hinter Gittern war, verhungerten Julie Lejeune und Mélissa Russo in seinem Kellerverlies. Die beiden achtjährigen Mädchen waren dort eingesperrt, ohne dass jemand von ihrer Existenz wusste.
Polizei übersah entscheidende Beweise
Die Polizei hatte die Chance, Dutroux viel früher zu stoppen. Am 13. Dezember 1995 durchsuchte die Polizei sein Haus – fand aber die Kinder nicht, die im getarnten Kellerverlies versteckt waren. Später stellte sich heraus, dass die Beamten während der Durchsuchung sogar Kinderstimmen hörten, diese aber als Geräusche von der Straße interpretierten. Dies wurde später als einer der größten Fehler in der Ermittlungsgeschichte Belgiens kritisiert.
Komplize ermordet
Dutroux arbeitete mit einem Komplizen namens Bernard Weinstein zusammen. Am 25. November 1995 ermordete Dutroux den 43-jährigen Weinstein, indem er ihn lebendig begrub. Die Leiche wurde später auf Weinsteins Grundstück gefunden.
Auch An Marchal und Eefje Lambrecks wurden lebendig unter einem Schuppen auf Weinsteins Grundstück begraben. Ihre Leichen wurden am 3. September 1996 entdeckt.
Der Durchbruch im Fall
Im August 1996 kam der Fall endlich ins Rollen. Die Polizei befreite zwei Mädchen aus der versteckten Zelle in Dutroux' Haus – Sabine Dardenne und Laetitia Delhez. Sabine hatte 80 Tage in Gefangenschaft verbracht, Laetitia sechs Tage. Ihre Befreiung führte dazu, dass das gesamte Ausmaß der Verbrechen aufgedeckt wurde.
Dutroux wurde im August 1996 verhaftet und wegen sechs Fällen von Entführung sowie vier Morden angeklagt. Der Prozess begann erst 2004 und erregte internationale Aufmerksamkeit.
Verurteilung zu lebenslanger Haft
Im Jahr 2004 wurde Marc Dutroux in einem der aufsehenerregendsten Prozesse der belgischen Justizgeschichte für schuldig befunden. Das Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung. Seine Ex-Frau Michelle Martin erhielt 30 Jahre Haft wegen Beihilfe, wurde aber 2012 vorzeitig entlassen – was zu massiven Protesten in Belgien führte.
Der Fall Dutroux erschütterte nicht nur Belgien, sondern ganz Europa. Er löste eine Vertrauenskrise in die belgischen Behörden aus, da zahlreiche Versäumnisse und mögliche Vertuschungen ans Licht kamen. Hunderttausende Belgier gingen auf die Straße, um gegen das Versagen der Justiz zu protestieren.
Marc Dutroux verbüßt seine lebenslange Haftstrafe bis heute in einem belgischen Hochsicherheitsgefängnis.