Armin Meiwes — Der Kannibale von Rotenburg
Wie ein einvernehmlicher Kannibalismus-Fall das deutsche Strafrecht veränderte

Sagsdetaljer
Quick Facts
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Die Tat: Kannibalismus nach Vereinbarung
Armin Meiwes, ein 39-jähriger Computertechniker aus Rotenburg an der Fulda, tötete am 9. März 2001 den 43-jährigen Bernd Jürgen Armando Brandes in seinem Fachwerkhaus und verzehrte anschließend Teile seines Körpers. Das Erschreckende an diesem Fall: Brandes hatte ausdrücklich eingewilligt, getötet und gegessen zu werden. Die beiden Männer hatten sich über ein Internet-Forum kennengelernt, in dem Meiwes eine Anzeige geschaltet hatte, in der er nach jemandem suchte, der "geschlachtet und verzehrt" werden wollte.
Brandes, ein Manager aus Berlin, meldete sich auf diese Anzeige. Die beiden vereinbarten ein Treffen in Meiwes' abgelegenem Haus in Wüstefeld, einem Ortsteil von Rotenburg. Was folgte, war ein makabres Ritual, das Meiwes auf Video aufzeichnete: Brandes nahm Schlaftabletten und Alkohol zu sich, bevor Meiwes ihm auf dessen Wunsch hin das Geschlechtsteil abtrennte. Beide versuchten, es gemeinsam zu verzehren. Später tötete Meiwes den stark geschwächten Brandes durch einen Stich in den Hals, zerlegte den Körper und fror das Fleisch ein.
Die Rolle des Internets
Der Fall offenbarte eine verstörende Subkultur im frühen Internet. Meiwes hatte seine Anzeige im "Cannibal Café" geschaltet, einem Forum für Menschen mit kannibalischen Fantasien. Ermittler fanden später heraus, dass Meiwes mit mehr als 200 Personen Kontakt hatte, die Interesse an kannibalischen Handlungen zeigten. Mehrere Menschen hatten Meiwes besucht, bevor sie im letzten Moment einen Rückzieher machten. Brandes war nicht der einzige, der bereit war, sein Leben für diese extreme Fantasie zu opfern.
Die Ermittlungen zeigten, dass Meiwes seine Fantasien seit seiner Kindheit hegte. Er lebte isoliert in dem großen Haus, das er von seiner Mutter geerbt hatte, und verbrachte viel Zeit in Online-Foren. Das Internet ermöglichte es ihm, Gleichgesinnte zu finden – etwas, das in der analogen Welt nahezu unmöglich gewesen wäre. Dieser Aspekt des Falls führte zu


