Hanau-Anschlag 2020: Neun Tote durch Rechtsextremisten
Tobias Rathjen erschoss Menschen in Shisha-Bars und offenbarte Behördenversagen

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Quick Facts
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Die Tat: Mordanschlag in zwei Shisha-Bars
Am Abend des 19. Februar 2020 eröffnete Tobias Rathjen gegen 23:00 Uhr das Feuer in der Arena Bar in Hanau-Kesselstädt. Der 43-jährige Deutsche erschoss dort sechs Menschen: Gökhan Gültekin (37), Sedat Gürbüz (29), Said Nesar Hashemi (21), Mercedes Kierpacz (35), Hamza Kurtović (19) und Vili Viorel Păun (22). Alle Opfer hatten einen Migrationshintergrund – türkischer, afghanischer, polnischer, bosnisch-herzegowinischer oder rumänischer Herkunft.
Rathjen fuhr anschließend zur Midnight Bar, wo er drei weitere Menschen tötete: Fatih Saraçoğlu (34), Ferhat Unvar (23) und Kaloyan Velkov (33). Der Täter nutzte eine selbstgebaute 9-mm-Pistole und eine Ceasar-Gepard-Pistole. In seiner Wohnung fand die Polizei Munition für 1.000 Schuss. Nach den Schüssen in den Bars kehrte Rathjen nach Hause zurück, erschoss seine 72-jährige Mutter Gisela und nahm sich selbst das Leben.
Die Bundesanwaltschaft klassifizierte den Anschlag als schlimmsten rechtsextremistischen Terrorakt in Deutschland seit den NSU-Morden 2011. Ein Gerichtsverfahren fand nicht statt, da der Täter tot war.
Das Manifest: 861 Seiten Hass
Tobias Rathjen hinterließ ein 861-seitiges Dokument, das er online veröffentlichte und per Post verschickte. Der Generalbundesanwalt machte das Manifest am 20. Februar 2020 mit Schwärzungen öffentlich zugänglich. Es enthielt rassistische, antisemitische und islamfeindliche Inhalte sowie Verschwörungstheorien zu 5G-Technologie und Geheimgesellschaften.
Besonders erschreckend war ein sogenannter "Masterplan" zur "Beseitigung" von Minderheiten. Rathjen beschrieb darin detailliert seine Ideologie und rechtfertigte die geplanten Morde mit rassistischen Vorurteilen. Das Dokument offenbarte eine tief verwurzelte


