Jens Söring: 33 Jahre unschuldig im Gefängnis?
Der Fall des deutschen Diplomantensohns, der für einen Doppelmord in Virginia verurteilt wurde

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Quick Facts
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Hintergrund
Jens Söring wurde 1990 in einem der umstrittensten Fälle der amerikanischen Justizgeschichte verurteilt. Der 1966 in Bangkok geborene Deutsche, Sohn eines Diplomaten, stand im Zentrum eines grausamen Doppelmordes an Derek und Nancy Haysom. Das Ehepaar wurde am 30. März 1985 tot in seinem Haus in Bedford County, Virginia, aufgefunden. Angeklagt wurde Söring gemeinsam mit Elizabeth Haysom, der Tochter des ermordeten Paares, die jedoch vor dem Urteil aus dem Gerichtssaal verschwand.
Der Prozess und die Verurteilung
Der Prozess gegen Jens Söring fand 1990 statt und beruhte ausschließlich auf Indizienbeweis. Die Staatsanwaltschaft behauptete, Söring habe die Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom getötet. Konkrete Beweise gab es kaum – weder DNA-Spuren noch eindeutige Fingerabdrücke verbanden ihn mit dem Tatort. Dennoch wurde er zu zweimal lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung verurteilt.
Ursprünglich drohte Söring sogar die Todesstrafe, doch Deutschland hatte seine Auslieferung an die USA nur unter der Bedingung zugestimmt, dass er nicht hingerichtet würde. Die Umstände des Mordes und der genaue Tathergang konnten nie vollständig geklärt werden. Söring beteuerte von Anfang an seine Unschuld und behauptete, zum Sündenbock gemacht worden zu sein. Elizabeth Haysom hingegen, die nie gefunden oder vor Gericht gestellt wurde, sei die wahre Täterin gewesen.