Magnus Gäfgen — Der Mord an Jakob von Metzler
Die Entführung, die Deutschland über Folter streiten ließ

Quick Facts
Die Entführung aus der Schule
Am 27. September 2002, nur zwei Tage nach seinem elften Geburtstag, wurde Jakob von Metzler aus der Otto-Kühne-Schule in Bad Soden am Taunus entführt. Der Täter war Magnus Gäfgen, ein 27-jähriger Jurastudent aus Frankfurt, der in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Gäfgen lockte den Jungen mit einem Vorwand in sein Auto und brachte ihn in seine Wohnung in Frankfurt-Niederursel. Dort tötete er Jakob noch am selben Tag durch Ersticken mit einem Plastikbeutel.
Die wohlhabende Familie Metzler erhielt kurz darauf eine Lösegeldforderung über eine Million Euro. Was sie nicht wusste: Ihr Sohn war bereits tot. Gäfgen hatte das Verbrechen kaltblütig geplant, um seine Schulden zu begleichen und sich ein luxuriöses Leben zu finanzieren. Die Ermittler der Frankfurter Polizei arbeiteten unter Hochdruck, um das Kind zu finden.
Die Festnahme und die fatale Drohung
Am 30. September 2002 wurde Magnus Gäfgen festgenommen, nachdem er das Lösegeld am Frankfurter Hauptbahnhof abgeholt hatte. Er gestand die Entführung, verweigerte jedoch jede Aussage zum Aufenthaltsort des Kindes. Die Polizei ging davon aus, dass Jakob noch am Leben sein könnte. In dieser angespannten Situation traf Polizeivizepräsident Wolfgang Daschner eine folgenschwere Entscheidung.
Am 31. Oktober 2002 ordnete Daschner an, Gäfgen mit Folter zu drohen. Der Polizeibeamte Andreas Schmidt führte die Anweisung aus und drohte dem Verdächtigen mit "hartem Schmerz durch einen Spezialbeamten", falls er nicht den Aufenthaltsort des Kindes preisgebe. Gäfgen brach daraufhin zusammen und führte die Ermittler zum Gewann Neuhof bei Bad Homburg, wo Jakobs Leiche gefunden wurde.


