Die Struktur der Familie ist typisch für organisierte Kriminalität in Deutschland, mit klaren Hierarchien und Arbeitsteilung. Ältere Mitglieder planen größere Operationen, während jüngere sie ausführen. Die Familie unterhielt auch Verbindungen zu anderen kriminellen Gruppen und Rockerclubs in Berlin und im Rest Deutschlands.
Charakteristisch für die Familie ist, dass Mitglieder häufig mit großer Medienpräsenz bei Gerichtsterminen und Verhandlungen erschienen sind. Familienangehörige zeigten dabei oft demonstrativ, dass sie die Behörden nicht besonders ernst nehmen.
Die spektakulären Raubüberfälle
Die Remmo-Familie wurde durch eine Serie spektakulärer Raubüberfälle weithin bekannt. Der bekannteste Fall ist zweifellos der Diamantenraub aus dem Deutschen Historischen Museum Berlin im Jahr 2017, bei dem Familienmitglieder Diamanten im Wert von mehreren Millionen Euro erbeuteten.
Die Familie war auch an Raubüberfällen auf Juweliergeschäfte, Supermärkte und andere Einzelhandelsgeschäfte beteiligt. Diese Überfälle wurden oft detailliert geplant und mit militärischer Präzision ausgeführt, was auf Organisation und Erfahrung hindeutete.
Ein weiterer bekannter Fall betraf den Diebstahl wertvoller Gegenstände aus Lagerhallen und Privathäusern. Die Polizei vermutete, dass Familienmitglieder über ein Netzwerk von Informanten verfügten, das es ihnen ermöglichte, wertvolle Ziele zu identifizieren und zu lokalisieren.
Drogenhandel und Waffenkriminalität
Neben Raubüberfällen war die Remmo-Familie schwer in den Drogenhandel im großen Stil verwickelt. Polizei und Staatsanwaltschaft dokumentierten, dass Familienmitglieder Kontakte zu internationalen Drogenhändlern hatten und am Import und Vertrieb von Kokain, Heroin und anderen Substanzen beteiligt waren.
Waffenkriminalität ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Familienaktivitäten. Mehrere Schießereien zwischen Familienmitgliedern und rivalisierenden Gruppen wurden registriert, und die Polizei beschlagnahmte zahlreiche illegale Waffen bei Familienmitgliedern.
Diese Aktivitäten machten das Gebiet um Neukölln zu einem Schwerpunktbereich für die deutsche Polizei, und es gab mehrere Großeinsätze gegen das Netzwerk der Familie.
Polizeiarbeit und Verurteilungen
Die deutsche Polizei hat über Jahre hinweg intensiv gegen die Remmo-Familie ermittelt. Seit den 1990er Jahren wurden mehr als 50 Familienmitglieder verurteilt, viele davon zu langjährigen Haftstrafen wegen schwerer Straftaten.
Besonders nach dem spektakulären Museumsraub von 2017 intensivierte die Polizei ihre Bemühungen. Großrazzien, bei denen Dutzende Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht wurden, führten zu zahlreichen Festnahmen und zur Beschlagnahme von Vermögenswerten in Millionenhöhe.
Die Strafverfolgungsbehörden setzen dabei auf verschiedene Strategien: von klassischer Ermittlungsarbeit über verdeckte Ermittler bis hin zu finanziellen Ermittlungen, um den Clan wirtschaftlich zu schwächen. Trotz dieser Erfolge bleibt die Remmo-Familie ein Symbol für die Herausforderungen, denen sich Berliner Behörden im Kampf gegen organisierte Clankriminalität gegenübersehen.
Die Geschichte der Remmo-Familie zeigt exemplarisch, wie sich kriminelle Strukturen über Jahrzehnte etablieren können und welche Anstrengungen nötig sind, um ihnen wirksam zu begegnen.