Trierer Amokfahrt 2020 — Tod auf dem Weihnachtsmarkt
Fünf Tote, darunter ein Baby: Wie Bernd W. mit einem gestohlenen Jeep in die Fußgängerzone raste

Quick Facts
Die Tat: 400 Meter des Grauens
Am 1. Dezember 2020 gegen 12:35 Uhr lenkte Bernd W. einen gestohlenen Jeep Wrangler mit Koblenzer Kennzeichen in die Fußgängerzone am Trierer Hauptmarkt. Die belebte Einkaufsstraße nahe dem Weihnachtsmarkt war zur Mittagszeit voller Menschen — Familien, Senioren, Touristen. Der 51-jährige Deutsche hatte das Fahrzeug Stunden zuvor in Dillingen an der Saar entwendet und war gezielt nach Trier gefahren. Über eine Strecke von rund 400 Metern raste er durch die Nikolausstraße bis zum Hauptmarkt und erfasste Menschen, die keine Chance hatten auszuweichen.
Die Bilanz war verheerend: Fünf Menschen starben noch am Tatort oder kurz danach. Unter den Opfern befand sich die neun Wochen alte Lara S., die zusammen mit ihrem 45-jährigen Vater Isaac S. aus Trier getötet wurde. Eine 45-jährige Frau aus Trier, eine 56-jährige Schweizerin und ein 73-jähriger Mann aus Trier verloren ebenfalls ihr Leben. 18 weitere Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft Trier dokumentierte akribisch die Spuren des Schreckens, die der Jeep hinterlassen hatte.
Der Täter: Suizid durch Massenmord
Bernd W. war zum Tatzeitpunkt 51 Jahre alt, arbeitslos und lebte in Trier. Anders als in vergleichbaren Fällen von Amokfahrten gab es keine Hinweise auf extremistische oder terroristische Motive. Stattdessen diagnostizierten Gutachter schwere Depressionen und eine Persönlichkeitsstörung. In den Stunden vor der Tat hatte W. Freunden per SMS mit Suizid gedroht — er suchte offenbar einen Weg, sich selbst zu töten und wollte dies durch eine spektakuläre Gewalttat erreichen.


