
USA: Fast 3.500 Unschuldige seit 1989 verurteilt
Justizskandal in den USA — Zehntausende Jahre unschuldig hinter Gittern
Quick Facts
Seit 1989 hat das amerikanische Justizsystem Fehlurteile in fast 3.500 Fällen eingestanden. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich eine menschliche Katastrophe: Unschuldig Verurteilte haben zusammen fast 32.000 Jahre im Gefängnis verbracht — für Verbrechen, die sie nie begangen haben.
Diese Dimension wirft grundlegende Fragen über die Rechtsstaatlichkeit in den USA auf. Schätzungen zufolge sind zwischen 2 und 10 Prozent aller Insassen in amerikanischen Gefängnissen unschuldig — möglicherweise Zehntausende Menschen, die aufgrund von Systemversagen einsitzen.
Augenzeugen als Hauptfehlerquelle
Eine Ursache sticht besonders hervor: Augenzeugenaussagen. Diese Beweisform war in 72 Prozent aller Fälle entscheidend, in denen DNA-Tests später zur Freispruch führten. Das bedeutet, dass Menschen kontinuierlich aufgrund von Erinnerungen verurteilt werden, die sich nachträglich als unzuverlässig erweisen.
Falsche Augenzeugen
Doch Augenzeugen sind nur der Anfang. Weitaus schlimmer ist, dass das System aktiv gegen Unschuldige arbeitet.
Staatsanwälte halten Beweise zurück
In 75 Prozent der Fälle mit später anerkannten Fehlurteilen wurden Beweismittel, die den Angeklagten hätten entlasten können, von der Staatsanwaltschaft zurückgehalten. Im Jahr 2019 betraf dies 93 von 143 untersuchten Fällen.


