
The Jinx: Robert Dursts Geständnis im Badezimmer
Wie eine HBO-Dokumentation einen Milliardärserben des Mordes überführte
Ein Milliardärserbe mit drei Leichen im Keller
Robert Durst war alles andere als ein typischer Mörder. Als Erbe eines Immobilienvermögens in Milliardenhöhe konnte er sich die besten Anwälte leisten – und er wusste das. Als Regisseur Andrew Jarecki Durst 2010 nach der Premiere des Spielfilms 'All Good Things' erstmals traf – der lose auf Dursts Leben basierte – hatte der Milliardärserbe bereits drei Mordermittlungen nahezu unbeschadet überstanden.
Seine Ehefrau Kathie Durst verschwand 1982 spurlos. Seine enge Freundin Susan Berman wurde im Dezember 2000 in ihrem Haus in Los Angeles mit einem Kopfschuss getötet, nur Tage bevor die Polizei sie zu Kathies Verschwinden befragen wollte. Und sein Nachbar Morris Black wurde 2001 in Texas getötet und zerstückelt, wo Durst sich als Frau verkleidet versteckt hatte. Trotz der zerstückelten Leiche wurde Durst 2003 mit dem Argument der Notwehr vom Mord freigesprochen.
Entgegen aller Erwartungen nahm Durst nach dem Film Kontakt zu Jarecki auf. Er wollte seine Version der Geschichte erzählen. Das war der Beginn einer der explosivsten Dokumentarfilme der Kriminalgeschichte.
Der fatale Toilettengang
Über sechs Episoden von The Jinx entlarvten Jarecki und sein Team langsam Dursts Fassade. Sie konfrontierten ihn mit Beweisen, Widersprüchen in seinen Aussagen und einem handgeschriebenen Brief, der einem glich, den nur der Mörder von Susan Berman geschrieben haben konnte. Durst hatte während der gesamten Serie auf seiner Unschuld bestanden, hielt aber dennoch stand.