
Die Mutter, die zur Rächerin wurde
Marianne Bachmeier erschoss 1981 im Lübecker Gerichtssaal den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter Anna und löste damit eine bundesweite Debatte über Selbstjustiz aus.
Der Mord an Anna Bachmeier
Am 5. Mai 1980 verschwand die siebenjährige Anna Bachmeier spurlos aus Lübeck. Ihre Mutter Marianne Bachmeier meldete sie als vermisst, und die Polizei nahm umgehend die Ermittlungen auf. Nur einen Tag später wurde Annas Leiche gefunden – sie war von ihrem Nachbarn Klaus Grabowski sexuell missbraucht und ermordet worden. Der 35-jährige Metzger gestand die Tat und gab an, das Mädchen erwürgt zu haben, um sein Verbrechen zu vertuschen.
Für Marianne Bachmeier brach eine Welt zusammen. Die alleinerziehende Mutter, die unter schwierigen Umständen lebte und ihre Tochter über alles liebte, sah sich einem unvorstellbaren Verlust gegenüber. Die folgenden Monate waren geprägt von Trauer, Wut und dem Gefühl völliger Ohnmacht gegenüber einem Justizsystem, das ihrer Meinung nach zu langsam und zu milde arbeitete.


