
Attentäter von Halle an der Saale
Stephan Balliet ist der Täter des antisemitischen Terroranschlags von Halle 2019, bei dem er zwei Menschen tötete und mehrere verletzte.
Der Mann hinter dem Anschlag
Stephan Balliet ist einer der gefährlichsten deutschen Rechtsterroristen der Gegenwart. Am 9. Oktober 2019 führte der damals 20-Jährige einen bewaffneten Anschlag auf die Synagoge in Halle an der Saale durch. Sein Ziel war es, während des jüdischen Feiertags Jom Kippur ein Blutbad anzurichten. Der Anschlag scheiterte teilweise, weil die Synagogentüre standhielt – doch Balliet tötete zwei unbeteiligte Menschen und verletzte mehrere weitere. Der Fall zeigte die Gefahr des organisierten Rechtsextremismus und antisemitischer Gewalt in Deutschland.
Radikalisierung und Vorbereitung
Balliet wuchs in einem bildungsfernen Umfeld auf und war bereits in jungen Jahren anfällig für extremistische Ideen. Ab 2015 radikalisierte er sich zunehmend im Internet, insbesondere auf Imageboards wie 8chan, wo er sich in rechtsextremistische und antisemitische Kreise bewegte. Er konsumierte Propaganda verschiedener Terrororganisationen und entwickelte einen Hass auf Juden und Migranten. In Chatrooms und Foren diskutierte er offen über gewaltsame Anschläge und äußerte Bewunderung für andere Attentäter, etwa Anders Breivik und Brenton Tarrant.
Über Monate hinweg plante Balliet seinen Anschlag systematisch. Er sammelte Waffen – darunter ein selbstgebautes Sprengstoffgerät und mehrere Schusswaffen – und filmte sich selbst bei Testschüssen. Seine Vorbereitungen zeigten bewusste, prämeditative Absichten. Er dokumentierte seine Pläne teilweise selbst, in Anlehnung an die Inszenierungspraxis anderer rechtsterroristischer Attentäter.


