udbytteskat
Dividendensteuer bzw. Quellensteuer auf Aktiengewinne; in True-Crime-Kontexten vor allem bekannt durch systematischen Steuerbetrug mit unrechtmäßigen Rückforderungen

Definition
Udbytteskat bezeichnet im dänischen Steuerrecht die Quellensteuer auf ausgeschüttete Dividenden aus Aktien oder Unternehmensanteilen. Diese wird direkt an der Quelle einbehalten, bevor die Dividende an den Anteilseigner ausgezahlt wird. In bestimmten Fällen können Steuerpflichtige eine Rückerstattung dieser einbehaltenen Steuer beantragen, etwa bei Doppelbesteuerungsabkommen oder wenn nachgewiesen wird, dass keine Steuerpflicht besteht.
Der Begriff erlangte internationale Bekanntheit durch umfangreiche Betrugsfälle in Dänemark und anderen europäischen Ländern, bei denen Täter durch gefälschte Unterlagen und täuschende Angaben gegenüber Finanzbehörden unrechtmäßige Steuererstattungen erschlichen. Die dänische Polizei bezeichnet diese Delikte als "svindel med refusion af udbytteskat" (Betrug mit Erstattung von Dividendensteuer). Dabei wurden durch komplexe grenzüberschreitende Konstruktionen Milliardensummen von Staatskassen erbeutet.
Die kriminellen Schemata basierten typischerweise darauf, dass dieselben Dividenden mehrfach geltend gemacht oder Eigentumsverhältnisse zum Zeitpunkt der Dividendenausschüttung verschleiert wurden. Durch Zusammenarbeit zwischen Banken, Anwälten und Finanzakteuren konnten Täter den Steuerbehörden vortäuschen, sie hätten Anspruch auf Rückerstattung von Quellensteuer, obwohl diese nie rechtmäßig abgeführt oder doppelt erstattet wurde.
Solche Dividend-Stripping- oder Cum-Ex-ähnlichen Geschäfte zählen zu den komplexesten Formen der Wirtschaftskriminalität und verursachten in mehreren EU-Staaten erhebliche Staatsschäden. Die strafrechtliche Verfolgung erfolgt üblicherweise wegen Steuerhinterziehung, Betrugs oder Geldwäsche.
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