udbytteskattesvindel
Systematischer Steuerbetrug durch unrechtmäßige Rückerstattung von Quellensteuer auf Dividenden

Definition
Udbytteskattesvindel bezeichnet im dänischen Strafrecht einen systematischen Betrug, bei dem unberechtigt Rückerstattungen von Quellensteuer auf Dividenden vom Staat gefordert und erlangt werden. Die Täter geben vor, Anspruch auf Erstattung ausländischer Dividendensteuer zu haben, obwohl die entsprechenden Steuern tatsächlich nie gezahlt wurden oder kein Erstattungsanspruch besteht.
Der Begriff erlangte in Dänemark besondere Bekanntheit durch den sogenannten "udbytteskatte-sag", einen der größten Steuerbetrugsfälle in der dänischen Geschichte mit mutmaßlichen Schäden in Milliardenhöhe. Die dänische Polizei beschrieb in ihrer Nationalen Strategischen Analyse 2017 diese Form der "svindel med refusion af udbytteskat" als schwerwiegendes kriminelles Phänomen.
Rechtlich handelt es sich nicht um einen eigenständigen Straftatbestand, sondern um eine Kombination mehrerer Delikte. Typischerweise kommen Betrug, Urkundenfälschung, Geldwäsche und verschiedene Steuerstraftatbestände in Betracht. Die Taten weisen regelmäßig grenzüberschreitende Elemente auf, da sie die unterschiedlichen Steuersysteme verschiedener Länder und Doppelbesteuerungsabkommen ausnutzen.
Die Aufdeckung solcher Fälle gestaltet sich oft schwierig, da komplexe Unternehmensstrukturen, Briefkastenfirmen und internationale Finanztransaktionen zur Verschleierung eingesetzt werden. Die Ermittlungen erfordern enge Zusammenarbeit zwischen Steuerbehörden, Finanzaufsicht und Strafverfolgungsbehörden über Ländergrenzen hinweg.
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