
Der Baader Meinhof Komplex — Das Standardwerk über die RAF
Stefan Austs investigative Dokumentation prägt seit 1985 das Bild der deutschen Terrorgeschichte
Quick Facts
Das meistverkaufte RAF-Buch
Stefan Aust veröffentlichte 1985 beim Hamburger Verlag Hoffmann und Campe sein 512-seitiges Werk "Der Baader Meinhof Komplex", das seitdem als Standardwerk über die Rote Armee Fraktion gilt. Der Journalist, der zwischen 1974 und 1994 beim Spiegel arbeitete und später WDR-Intendant wurde, hatte einen einzigartigen Zugang zur Geschichte der deutschen Terrorgruppe. Aust kannte Gudrun Ensslin persönlich aus seiner Stuttgarter Studentenzeit in den 1960er Jahren und führte Interviews mit ihr, bevor sie in den Untergrund ging.
Das Buch dokumentiert chronologisch die Entstehung und Aktivitäten der RAF von den Studentenprotesten 1968 bis zum Deutscher Herbst 1977. Bis 2020 wurden etwa 500.000 Exemplare verkauft. Eine erweiterte Ausgabe erschien 2005 mit neuen Dokumenten und Interviews. Die Bundeszentrale für politische Bildung empfiehlt das Werk bis heute als zentrale Informationsquelle zur RAF-Geschichte.
Einzigartiger journalistischer Zugang
Austs Recherche basierte auf einem außergewöhnlichen Quellenzugang. Als Spiegel-Redakteur hatte er Zugriff auf RAF-Kommuniqués, FBI- und BND-Akten sowie Polizeidokumente aus Frankfurt, Hamburg und Köln. Er interviewte Überlebende wie Peter-Jürgen Boock und nutzte Archivmaterial des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Die persönliche Bekanntschaft mit Ensslin ermöglichte ihm Einblicke, die anderen Journalisten verschlossen blieben.


