
Die Geschichte des berüchtigten RAF-Anführers
Andreas Baader gründete 1970 die Rote Armee Fraktion und wurde zum Kopf der gefährlichsten Terrororganisation der deutschen Nachkriegsgeschichte. Seine Gewalttaten prägten den Deutschen Herbst.
Quick Facts
Frühe Jahre und Radikalisierung
Andreas Baader wurde am 6. Mai 1943 in München geboren und wuchs in der zerrütteten deutschen Nachkriegsgesellschaft auf. Sein Vater fiel im Zweiten Weltkrieg, sodass der Junge von seiner Mutter und Großmutter großgezogen wurde. Bereits in der Jugend zeigte sich sein rebellisches Naturell: Baader brach die Schule ab und verkehrte in den künstlerischen und oppositionellen Kreisen West-Berlins.
In den politisch aufgeheizten 1960er Jahren geriet er in den Sog der Studentenbewegung. Die entscheidende Begegnung seines Lebens war die mit Gudrun Ensslin, die seine Lebensgefährtin und engste Komplizin werden sollte. Gemeinsam entwickelten sie die radikale Überzeugung, dass nur bewaffneter Kampf gegen das "imperialistische System" der Bundesrepublik Wirkung zeigen könne.
Die Kaufhausbrandstiftungen von 1968
Am 2. April 1968 zündeten Baader und Ensslin zusammen mit Thorwald Proll und Horst Söhnlein zwei Frankfurter Kaufhäuser an. Die Brandanschläge sollten ein Zeichen gegen den Vietnamkrieg setzen und markierten den Beginn des bewaffneten Linksterrorismus in Deutschland. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, doch der Sachschaden war beträchtlich.
Nach seiner Festnahme wurde Baader zu drei Jahren Haft verurteilt. Im Juni 1969 kam er vorzeitig frei, tauchte aber vor dem Wiederantritt der Reststrafe in den Untergrund ab. Diese Flucht markierte den Beginn seiner Laufbahn als meistgesuchter Terrorist der Bundesrepublik.


