Erste Anklage ohne Leiche – dann fallen gelassen
Barry Morphew wurde bereits am 5. Mai 2021 verhaftet – mehr als ein Jahr bevor Suzannes Leichnam überhaupt gefunden wurde. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn damals wegen Mordes ersten Grades und Beweismittelmanipulation an. Doch ohne den Körper des Opfers mussten die Behörden die Anklage 2022 mangels ausreichender Beweise wieder fallenlassen.
2025 erhob eine Grand Jury erneut Anklage gegen Barry Morphew – diesmal gestützt auf die gefundene Leiche und die daraus gewonnenen forensischen Erkenntnisse.
Nur eine Person hatte Zugang zu den Giftstoffen
Das entscheidende Indiz: Nach Angaben der Ermittler war Barry Morphew zum Zeitpunkt von Suzannes Verschwinden die einzige Privatperson im Raum Salida, die Zugang zu BAM-Tranquilizern hatte. Er soll seine Frau mit einem Betäubungsgewehr und dem tödlichen Chemikalien-Mix getötet haben.
Bei Hausdurchsuchungen stießen die Ermittler auf weitere belastende Spuren: Im Wäschetrockner der Familie fand sich eine Plastikkappe einer Injektionsnadel. Im Schlafzimmer entdeckten sie einen Spionage-Kugelschreiber mit Aufnahmefunktion – doch der hatte nicht etwa Gespräche zwischen Suzanne und Barry aufgezeichnet, sondern Unterhaltungen zwischen Suzanne und ihrem Liebhaber.
Motiv, Gelegenheit, Tatmittel
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Barry Morphew alle drei klassischen Voraussetzungen für einen Mord erfüllte: Motiv, Gelegenheit und Tatmittel. Suzanne hatte demnach geplant, ihren Mann zu verlassen, und mit einer engen Freundin bereits über Scheidung gesprochen.
Als ihre Überreste gefunden wurden, konnten Ermittler ihr Krebs-Medaillon sowie Teile ihrer Radbekleidung identifizieren. Allerdings fehlten einige Fußknochen sowie ihre Radschuhe – ein Detail, das im Prozess noch eine Rolle spielen könnte.
Der Fall geht vor Gericht
Barry Morphew beteuert weiterhin seine Unschuld. Der Prozess soll klären, ob er tatsächlich seine Frau mit Wildtier-Betäubungsmitteln getötet hat. Die Beweislage gilt als komplex, doch die Kombination aus forensischen Spuren, dem exklusiven Zugang zu den Tatmitteln und dem Motiv könnte für eine Verurteilung ausreichen.
Für die Familie und Angehörigen von Suzanne Morphew bedeutet der Prozess nach fünf Jahren Ungewissheit möglicherweise endlich Klarheit über die Ereignisse jenes Muttertags 2020.