
Die einzige Überlebende des Nationalsozialistischen Untergrunds
Beate Zschäpe ist die einzige Überlebende des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und wurde in einem der größten Terrorprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte zu lebenslanger Haft verurteilt.
Quick Facts
Wer ist Beate Zschäpe?
Beate Zschäpe wurde am 5. Juli 2018 als einzige Überlebende des Nationalsozialistischer Untergrund zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Oberlandesgericht München sprach sie der Mittäterschaft an zehn Morden, drei Bombenanschlägen und 15 Banküberfällen schuldig. Der NSU-Prozess gilt als einer der bedeutendsten Terrorprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte und offenbarte erschreckende Versäumnisse deutscher Sicherheitsbehörden.
Die 1975 in Jena geborene Zschäpe bildete gemeinsam mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt das Kerntrio der rechtsextremistischen Terrorzelle. Über ein Jahrzehnt lang konnten sie unentdeckt morden, bevor die Zelle im November 2011 durch Zufall aufflog.
Die NSU-Mordserie
Zwischen 2000 und 2007 ermordete der Nationalsozialistische Untergrund mindestens zehn Menschen in Deutschland – neun davon hatten einen Migrationshintergrund. Die Opfer waren überwiegend Kleinunternehmer türkischer und griechischer Herkunft: Betreiber von Blumengeschäften, Imbissen und Kiosken. Das zehnte Opfer war die Polizistin Michèle Kiesewetter, die 2007 in Heilbronn erschossen wurde.
Die Ermittlungsbehörden tappten jahrelang im Dunkeln. Statt die Rechtsextremismus-Spur zu verfolgen, verdächtigten Polizei und Verfassungsschutz zunächst das familiäre und geschäftliche Umfeld der Opfer. Die zynische Bezeichnung "Döner-Morde" in Medien und Ermittlerkreisen zeigt, wie sehr rassistische Stereotype die Ermittlungen prägten.


