Der NSU-Komplex: Neun Morde, ein Jahrzehnt der Ermittlungsfehler
Wie rechter Terror, institutioneller Rassismus und Behördenversagen die Aufklärung der Ceska-Mordserie verhinderten

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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) verübte zwischen 2000 und 2007 eine beispiellose rechtsextreme Mordserie in Deutschland, der zehn Menschen zum Opfer fielen. Das Terror-Trio um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschoss neun Migranten und eine Polizistin, während deutsche Ermittlungsbehörden jahrelang in die falsche Richtung ermittelten und die Opferfamilien selbst verdächtigten.
Die Mordserie: Neun Tote in sechs Jahren
Am 9. September 2000 begann die Mordserie mit dem Tod von Enver Şimşek, der an seinem Blumenstand in Nürnberg-Langwasser erschossen wurde. Es war der Auftakt zu einer Serie von Hinrichtungen, die sich durch ganz Deutschland zog. Abdurrahim Özüdoğru starb am 13. Juni 2001 in seinem Shoarma-Imbiss in Nürnberg, nur zwei Wochen später wurde Süleyman Taşköprü in Hamburg ermordet.
Die Täter setzten bei allen neun Morden dieselbe Waffe ein: eine Pistole vom Typ Ceska 83. Am 25. August 2001 erschossen sie Habil Kılıç in seinem Zigarrenladen in München. Nach einer dreijährigen Pause töteten sie Mehmet Turgut am 25. Februar 2004 in Rostock. 2005 starben İsmail Yaşar in Nürnberg und Theodoros Boulgarides in München. Die letzten beiden Opfer der sogenannten Ceska-Mordserie waren Mehmet Kubaşık in Dortmund am 4. April 2006 und Halit Yozgat in Kassel zwei Tage später.
Bombenanschläge und Polizistenmord
Neben den Schusswaffentötungen verübte das NSU-Trio mehrere Sprengstoffanschläge. Am 19. Mai 2004 explodierte eine Briefbombe in Köln. Zwischen 2001 und 2004 verübten sie Nagelbombenanschläge in der Kölner Keupstraße, bei denen 2004 Gençay Özcan schwerste Verletzungen erlitt.


