Wer war Konrad Kujau?\n\nKonrad Kujau war ein deutscher Kunstfälscher und [INTERN LINK: Betrüger], der 1983 mit angeblich authentischen Hitler-Tagebüchern einen der größten Medienskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte auslöste. Mit handwerklichem Geschick, krimineller Energie und psychologischem Feingefühl gelang es dem gelernten Maler, nicht nur Privatsammler zu täuschen, sondern auch renommierte Historiker, Journalisten und eines der einflussreichsten Nachrichtenmagazine Deutschlands – den Stern – zu hintergehen.\n\nDer Fall Kujau zeigt eindrücklich, wie weit jemand mit einer geschickten [INTERN LINK: Fälschung] gehen kann, wenn er das Bedürfnis nach sensationellen historischen Enthüllungen ausnutzt. Die Geschichte der gefälschten Hitler-Tagebücher wurde zu einem Lehrstück über journalistische Sorgfaltspflicht, Expertengläubigkeit und die Macht des Wunschdenkens.\n\n## Der Weg zum Fälscher\n\nKonrad Kujau wurde am 27. August 1938 in Löbau, Sachsen, geboren und zeigte schon früh handwerkliches Talent im künstlerischen Bereich. Nach einer Ausbildung zum Maler und Lackierer floh er 1957 aus der DDR in die Bundesrepublik. In den 1960er Jahren begann er, historische Dokumente und Kunstwerke zu fälschen – zunächst im kleinen Rahmen.\n\nSeine Karriere als [INTERN LINK: Fälscher] war auf regionaler Ebene durchaus erfolgreich. Kujau verkaufte gefälschte Gemälde, Zeichnungen und Autogrammen von bekannten Künstlern und historischen Persönlichkeiten an ahnungslose Käufer. Er betrieb in Stuttgart einen Laden für militärische Devotionalien, wo er seine Fälschungen unter die Kundschaft brachte.\n\nKujaus kriminelle Aktivitäten blieben lange Zeit unter dem Radar der Behörden. Viele seiner Opfer schämten sich, betrogen worden zu sein, oder erkannten gar nicht, dass sie Fälschungen erworben hatten. Diese Situation ermöglichte es Kujau, sein Handwerk zu perfektionieren und seine Ambitionen zu steigern – bis hin zum spektakulärsten Coup seiner Karriere.\n\n## Das Projekt der Hitler-Tagebücher\n\nAnfang der 1980er Jahre fasste Kujau einen kühnen Plan: Er wollte die vermeintlich verlorenen Tagebücher Adolf Hitlers fälschen. Kujau recherchierte intensiv über Hitlers Leben, seine Handschrift und die historischen Zusammenhänge der NS-Zeit. Mit sorgfältig beschafften Materialien – Papier und Tinte aus der entsprechenden Epoche oder täuschend ähnlichen Nachbildungen – begann er, Tagebucheinträge zu verfassen.\n\nZwischen 1981 und 1983 produzierte Kujau insgesamt 62 Tagebuchbände, die zusammen etwa 1.200 Seiten umfassten. Er war sich bewusst, dass diese Fälschungen monumentale historische Bedeutung hätten – falls sie als authentisch akzeptiert würden. Die Tagebücher sollten neue Einblicke in Hitlers Gedankenwelt, private Gefühle und Entscheidungsprozesse während des Zweiten Weltkriegs gewähren.\n\nKujau erfand eine elaborierte Hintergrundgeschichte: Die Tagebücher seien bei einem Flugzeugabsturz 1945 geborgen und über Jahrzehnte in der DDR versteckt worden. Diese Legende verlieh den Fälschungen eine plausible Herkunftsgeschichte und erschwerte die Überprüfung.\n\n## Der Verkauf und der Skandal\n\nKujau kontaktierte über Mittelsmänner verschiedene potenzielle Käufer. Der entscheidende Durchbruch kam, als der Stern-Reporter Gerd Heidemann von den Tagebüchern erfuhr. Heidemann, selbst ein Nazi-Memorabilien-Sammler, war fasziniert und überzeugte seine Redaktion. Der Stern zahlte über mehrere Jahre hinweg insgesamt rund 9,3 Millionen D-Mark – eine astronomische Summe.\n\nDer Stern beauftragte Experten, die Tagebücher zu authentifizieren – darunter Historiker und Dokumentenexperten. Tragischerweise bescheinigten mehrere von ihnen die Echtheit der Dokumente, obwohl es auch skeptische Stimmen gab. Der Wunsch nach der Sensation überwog offenbar die kritische Prüfung.\n\nAm 25. April 1983 startete der Stern eine große Kampagne mit der Schlagzeile: „Hitlers Tagebücher entdeckt!