
Das spurlose Verschwinden eines neunjährigen Mädchens beschäftigt Deutschland seit über zwei Jahrzehnten
Am 7. Mai 2001 verschwand die neunjährige Peggy Knobloch in Lichtenberg spurlos – ihr Fall wurde zu einem der bekanntesten Cold Cases Deutschlands.
Quick Facts
Das Verschwinden
Am 7. Mai 2001, einem Pfingstmontag, verließ die neunjährige Peggy Knobloch gegen 12:20 Uhr die Wohnung ihrer Freundin in Lichtenberg, einer kleinen Gemeinde in Oberfranken. Sie wollte die kurze Strecke von etwa 500 Metern nach Hause zurücklegen – doch dort kam sie nie an. Ihr spurloses Verschwinden löste eine der größten Vermisstensuche in der Geschichte Bayerns aus.
Die Ermittlungen gestalteten sich von Anfang an äußerst schwierig. Trotz intensiver Suchaktionen mit Hunderten von Helfern, Polizeihunden und Hubschraubern fand sich zunächst keine Spur von dem Mädchen. Der Fall entwickelte sich zu einem der bekanntesten Cold Cases Deutschlands und beschäftigte die Öffentlichkeit über anderthalb Jahrzehnte hinweg.
Die Ermittlungen und Verdächtigungen
Im Laufe der Jahre gerieten verschiedene Personen ins Visier der Ermittler. Besonders tragisch war der Fall von Ulvi Kulac, einem geistig behinderten Mann, der 2004 nach einem vermeintlichen Geständnis als Hauptverdächtiger galt. Kulac nahm sich noch im selben Jahr in Untersuchungshaft das Leben, obwohl sein Geständnis später als unglaubwürdig eingestuft wurde und keine belastbaren Beweise gegen ihn vorlagen.
Die Ermittlungen führten die Polizei über Jahre in verschiedene Richtungen. Es wurden zahlreiche Zeugen befragt, technische Spuren ausgewertet und immer wieder neue Hinweise verfolgt. Der Fall wurde zu einem Beispiel dafür, wie schwierig die Aufklärung von Vermisstenfällen sein kann, wenn die entscheidenden ersten Stunden ungenutzt verstreichen.
Der Leichenfund 2016
Am 2. Juli 2016, mehr als 15 Jahre nach Peggys Verschwinden, machten Pilzsammler in einem Waldstück bei Rodacherbrunn in Thüringen, etwa 20 Kilometer von Lichtenberg entfernt, einen grausigen Fund: Sie entdeckten einen Kinderschuh und menschliche Überreste. DNA-Analysen bestätigten wenige Tage später, dass es sich um die sterblichen Überreste von Peggy Knobloch handelte.
