Danske Bank: 200 Milliarden Euro Geldwäsche über Estland
Wie Europas größter Finanzskandal jahrelang unentdeckt blieb

Sagsdetaljer
Quick Facts
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Der Anfang: Verdächtige Geldwäsche in Estland (2007–2015)
Die Danske Bank stand 2017 im Zentrum eines der größten Finanzskandale Europas. Über acht Jahre hinweg wurden durch die estnische Filiale der dänischen Großbank mindestens 200 Milliarden Euro in verdächtigen Transaktionen geschleust – Geld, das größtenteils aus Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken stammte. Die Enthüllungen erschütterten nicht nur das Vertrauen in die Danske Bank, sondern legten gravierende Versäumnisse in der Aufsicht und den Kontrollmechanismen der europäischen Finanzbranche offen.
Die Sampo-Bank-Übernahme (2007): Problematisches Erbe
Die Wurzeln des Skandals reichen zurück ins Jahr 2007. Damals übernahm die Danske Bank die finnische Sampo Bank – und damit auch deren Filiale in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Mit dem Kauf erbte die dänische Bank ein hochproblematisches Kundenportfolio: Etwa 15.000 sogenannte Non-Resident-Kunden, also Personen und Firmen ohne echte Verbindung zu Estland. Der überwiegende Teil dieser Klienten waren russische Unternehmen und Privatpersonen.
Wie sich später herausstellte, reichte das Spektrum dieser Kundschaft von Personen mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten und der politischen Elite bis hin zu organisierten kriminellen Netzwerken. Dieses Non-Resident-Portfolio entwickelte sich zur offenen Schleuse für gigantische Geldströme zweifelhafter Herkunft.