Der Staufen-Missbrauchsfall: Wie eine Mutter ihren Sohn vermiete
Zwischen 2015 und 2017 missbrauchten Ursula R. und Mario S. einen Jungen systematisch und vermieteten ihn über das Darknet an 37 Männer

Sagsdetaljer
Quick Facts
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Die Tat: Systematischer Missbrauch in Staufen
Zwischen 2015 und 2017 missbrauchte Ursula R., damals 37 Jahre alt, ihren im Jahr 2008 geborenen Sohn in ihrer Wohnung in Staufen im Breisgau schwer. Zusammen mit ihrem damaligen Partner Mario S., 42 Jahre alt, unterzog sie das Kind wiederholten sexuellen Übergriffen, die Penetrationen, Demütigungen und das Filmen der Taten umfassten. Die Aufnahmen wurden über die Darknet-Plattform "BoysTown" verbreitet.
Das Besonders Perfide: Die Mutter vermietete ihren Sohn gezielt an andere Männer. Über das Darknet arrangierte sie Treffen, bei denen mindestens 37 Männer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz den Jungen sexuell missbrauchten. Die Taten fanden in der Wohnung der Familie statt, während das Jugendamt trotz 30 dokumentierter Hinweise seit 2015 nicht eingriff. Verletzungen am Kind wurden nicht konsequent verfolgt.
Organisierte Kriminalität
Die Ermittlung: Darknet-Zugriff führte zur Aufdeckung
Der Fall kam im April 2017 ans Licht, als die Polizei Koblenz bei Ermittlungen gegen die Darknet-Plattform "BoysTown" auf den Server zugriff und IP-Adressen sichern konnte. Eine dieser Adressen führte zu Ursula R. in Staufen. Am 27. April 2017 durchsuchte die Polizei die Wohnung und stellte 2.500 Dateien mit Missbrauchsmaterial sicher, darunter zahlreiche Videos des Sohnes.
Die Staatsanwaltschaft Freiburg übernahm die Ermittlungen und arbeitete mit Europol und dem FBI zusammen, um die internationalen Abnehmer des Materials zu identifizieren. Am 3. Mai 2017 nahm das Jugendamt Breisgau-Hochschwarzwald den Jungen schließlich in Obhut. Die Ermittlungen weiteten sich aus, als klar wurde, dass 37 Männer direkt an Missbrauchshandlungen beteiligt waren.


