Laut der im März 2025 veröffentlichten Anklageschrift wird Philip Patrick Westh des Mordes, der lang andauernden Freiheitsberaubung, der schweren Vergewaltigung sowie der würdelosen Behandlung einer Leiche zum Nachteil von Emilie Meng angeklagt. Die Staatsanwaltschaft ist der Auffassung, dass Westh Emilie Meng vergewaltigte und anschließend erwürgte, indem er ihr Paketklebeband über Mund und Nasenlöcher klebte, wie Viborg Folkeblad und Copenhagen Post berichten.
Emilie Meng verschwand am frühen Morgen des 10. Juli 2016 im Bereich des Bahnhofs Korsør. Überwachungsvideos vom Bahnhof, die im Juni 2017 veröffentlicht wurden, zeigten laut Wikipedia den Innenbereich des Bahnhofs sowie den angrenzenden Parkplatz. Die Leiche wurde nach fast sechs Monaten bei Regnemarks Bakke gefunden — mehr als 60 Kilometer von Korsør entfernt — und zwar am Weihnachtstag, dem 24. Dezember 2016.
Philip Patrick Westh, 32 Jahre alt und von Beruf Marketing Manager, ist der Angeklagte in diesem Verfahren. Er war bereits im Juni 2024 vom Retten i Næstved zu lebenslanger Haft verurteilt worden — wegen Entführung, Vergewaltigung und versuchten Mordes an einem 13-jährigen Mädchen im sogenannten Kirkerup-Fall vom April 2023 sowie wegen versuchter Entführung einer 15-jährigen Schülerin eines Efterskole in Sorø im November 2022, wie Wikipedia und Copenhagen Post berichten. Das Urteil im Kirkerup-Fall focht Westh nicht an.
Es war die Ermittlung zum Überfall in Kirkerup im April 2023, die die Polizei auf Westh als möglichen Täter im Fall Emilie Meng aufmerksam machte. Westh gestand die Taten im Kirkerup-Fall teilweise — darunter Freiheitsberaubung, Gewalt, Drohungen und sexuelle Übergriffe ohne Geschlechtsverkehr —, bestritt jedoch den Mord an Emilie Meng.
Die Ermittlungen zum Verschwinden von Emilie Meng gehörten zu den umfangreichsten in der dänischen Geschichte. Die Polizei wertete Überwachungsmaterial vom Bahnhof Korsør aus, ließ Mobilfunkdaten im Umkreis des Tatorts und des Fundorts auswerten und führte am Fundort bei Regnemarks Bakke umfangreiche technische Untersuchungen durch, wie Wikipedia berichtet.
DNA-Spuren an der Jeans: An Emilie Mengs Jeans, die in einer Plastiktüte im Freien gelegen hatte, fanden Ermittler DNA-Spuren. Das genetische Material war stark abgebaut, sodass die Rechtsmedizinische Abteilung kein vollständiges DNA-Profil erstellen konnte. Professor Eske Willerslev analysierte das Material mithilfe der sogenannten Shotgun-Sequenzierung und kam zu dem Schluss, dass die DNA von einem Mann stammte — wahrscheinlich von Philip Westh, seinem Vater, Großvater, Bruder oder Sohn, wie Videnskab.dk und Copenhagen Post berichten. Willerslev sagte am 4. Juni vor Gericht über die Analyse aus.
Klebeband mit DNA: Bei einer Hausdurchsuchung bei Philip Westh fand die Polizei eine Rolle Paketklebeband, auf der Emilie Mengs DNA nachgewiesen wurde. Die Bruchfläche der Rolle stimmte laut Copenhagen Post und Websleuths mit dem Klebeband überein, das um Emilie Mengs Hals gefunden worden war.
Weitere Beweismittel: Die Staatsanwaltschaft beruft sich darüber hinaus auf die Auswertung von Mobilfunkdaten am Bahnhof Korsør rund um den Tatzeitpunkt, auf Zahlungskartendaten, Einkäufe bei Harald Nyborg sowie auf Wesths Hyundai i30, wie Viborg Folkeblad berichtet.
Eine interne Auswertung der Polizei ergab später, dass die ursprünglichen Ermittlungen zum Verschwinden von Emilie Meng im Jahr 2016 Mängel aufwiesen — unter anderem eine verzögerte Umstufung von einer Vermisstensache zu einer Mordermittlung, wie Copenhagen Post berichtet.
Der Strafprozess gegen Philip Patrick Westh wegen des Mordes an Emilie Meng begann am 14. Mai 2025 am Retten i Næstved; für das Verfahren wurden 18 Verhandlungstage angesetzt, wie Viborg Folkeblad berichtet. Das Urteil war für den 28. Juni 2025 terminiert.
Die Anklageschrift umfasst insgesamt zehn Anklagepunkte, wobei der zentrale Punkt 1 Mord, lang andauernde Freiheitsberaubung, schwere Vergewaltigung und würdelose Behandlung einer Leiche zum Nachteil von Emilie Meng beinhaltet. Die Anklageschrift schließt auch die Anklagepunkte aus dem Kirkerup-Fall gegen das 13-jährige Mädchen sowie den Überfall in Sorø auf die 15-jährige Schülerin ein.
Im Verlauf des Prozesses sagte Professor Eske Willerslev über die Shotgun-Sequenzierungsanalyse des abgebauten DNAs aus Emilie Mengs Jeans aus. Das Gericht hatte jedoch — im Zusammenhang mit verwandten Verfahren — diesem spezifischen DNA-Beweis aufgrund der Unsicherheiten der Analysemethode bislang keine ausschlaggebende Bedeutung beigemessen, wie Copenhagen Post berichtet.
Ein rechtskräftiges Urteil im Mordfall Emilie Meng wurde für den 28. Juni 2025 am Retten i Næstved erwartet. Philip Patrick Westh war von derselben Instanz bereits im Juni 2024 für die Taten im Kirkerup-Fall — Entführung, Vergewaltigung und versuchter Mord an einem 13-jährigen Mädchen — zu lebenslanger Haft verurteilt worden; dieses Urteil focht er nicht an, wie Copenhagen Post berichtet.
Lebenslange Haft ist die schwerste Strafe im dänischen Strafgesetzbuch und wird in der Regel nur in besonders schweren Mordfällen verhängt.
Der Fall gegen Philip Patrick Westh wegen des Mordes an Emilie Meng zählt zu den aufsehenerregendsten dänischen Mordprozessen der jüngeren Zeit. Er löste eine breite gesellschaftliche Debatte über den Umgang der Polizei mit Vermisstenfällen aus — insbesondere über die verzögerte Umstufung des Verschwindens von Emilie Meng zur Mordermittlung. Darüber hinaus rückte der Fall den Einsatz neuer DNA-Technologien wie die Shotgun-Sequenzierung in den Fokus, die in diesem Verfahren erstmals in einem dänischen Strafprozess eine Rolle spielte.
Der Fall wurde von dänischen Medien breit begleitet, darunter Berlingske, Politiken und Avisen Danmark, sowie international von Copenhagen Post. Faktalink hat die Bedeutung des Falls für die DNA-Beweisführung in dänischen Strafprozessen dokumentiert, und Videnskab.dk hat die Methode in einem Artikel zur Shotgun-Sequenzierung im Fall Meng ausführlich erläutert. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes waren keine verifizierten Bücher, Dokumentarfilme oder Podcasts über den Fall veröffentlicht worden.