Fritz Haarmann — Der Vampir von Hannover
Wie ein Polizeispitzel zwischen 1918 und 1924 mindestens 24 junge Männer ermordete

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Der Schlachterlehrling, der zum Massenmörder wurde
Fritz Heinrich Karl Haarmann ermordete zwischen September 1918 und Juni 1924 in Hannover mindestens 24 junge Männer, indem er ihnen in die Kehle biss und ihre Leichen zerstückelte. Der am 25. Oktober 1879 geborene ehemalige Schlachterlehrling nutzte seine Position als Polizeispitzel, um sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen, während er am Hauptbahnhof Hannover gezielt obdachlose Jungen ansprach und in seine Wohnung in der Cellerstraße 4 lockte.
Haarmann war kein Unbekannter für die Justiz. Bereits vor seinen Mordtaten hatte er Vorstrafen wegen Diebstahls, Betrugs und sexueller Übergriffe auf Jungen gesammelt. In der wirtschaftlich chaotischen Nachkriegszeit der Weimarer Republik betrieb er einen Schwarzmarkthandel und verkaufte Kleidungsstücke seiner Opfer sowie angebliches "Schweinefleisch" – das nach späteren Ermittlungen menschliches Fleisch gewesen sein soll. Die paradoxe Doppelrolle als Krimineller und Polizeiinformant ermöglichte es ihm, jahrelang unentdeckt zu bleiben.
Die Opfer: Vergessene Jungen der Nachkriegszeit
Die Opfer Haarmanns stammten fast ausschließlich aus den gesellschaftlichen Randgruppen der Weimarer Republik. Junge Männer zwischen 14 und 25 Jahren, die obdachlos waren oder zur homosexuellen Subkultur Hannovers gehörten, wurden systematisch angelockt. Zu den identifizierten Opfern gehörten Friedrich Abeling (17, verschwunden am 25. Oktober 1923), Heinrich Schünemann (18, verschwunden am 23. November 1923), Paul Bronze (17) und der erst 15-jährige Karl Fromm.
Das Täterprofil

