Göhrde-Mörder — 21 Jahre bis zur DNA-Wahrheit
Klaus B. erschoss vier Menschen im Göhrde-Forst. Ein DNA-Massenscreening überführte ihn nach zwei Jahrzehnten.

Quick Facts
Am 4. Oktober 1997 entdeckten Spaziergänger auf einem abgelegenen Waldparkplatz im Göhrde-Forst bei Göhrde, Landkreis Lüneburg, die Leichen von Franciscus L. (55) und seiner Ehefrau Gertruida L. (53) aus den Niederlanden. Beide waren mit Schüssen getötet worden. Das Paar war zum Pilzesammeln in den niedersächsischen Wald gefahren und kehrte nie zurück.
Knapp ein Jahr später, am 11. September 1998, wiederholte sich das grausame Szenario. Auf einem anderen Waldparkplatz im gleichen Forst fand man die Leichen des deutschen Ehepaars Dirk G. (29) und Sandra G. (26). Auch sie waren erschossen worden, auch sie hatten Pilze sammeln wollen. Die Ermittler der Lüneburger Mordkommission standen vor einem Rätsel.
Zwei Jahrzehnte im Dunkel
Die Doppelmorde im Göhrde-Forst entwickelten sich zu einem der hartnäckigsten Cold Cases Niedersachsens. Über 21 Jahre führte die Polizei mehr als 5.000 Vernehmungen durch, sicherte 1.200 Tatortspuren und analysierte Tausende DNA-Proben. Doch kein Tatverdächtiger tauchte auf. Die Fälle schienen unaufklärbar.
Die Ermittler vermuteten schon früh einen Zusammenhang zwischen beiden Taten: die Tatmuster waren nahezu identisch, die Tatorte lagen im selben Waldgebiet, beide Male waren Paare beim Pilzesammeln überrascht worden. Doch ohne konkrete Spur führte selbst diese Erkenntnis zu keinem Durchbruch. Die Akten stapelten sich, die Hoffnung schwand.
Der DNA-Durchbruch von 2018
Im Jahr 2018 startete die Polizei eine letzte, verzweifelte Offensive: ein großangelegtes

