Loveparade-Katastrophe: 21 Tote, keine Verurteilungen
Das Massendrama von Duisburg 2010 endete ohne juristische Konsequenzen

Quick Facts
Am 24. Juli 2010 verwandelte sich eine Feier der Liebe und Musik in eine tödliche Falle: 21 Menschen starben bei der Loveparade in Duisburg, zerquetscht in einer engen Tunnelrampe auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Über 650 weitere erlitten Verletzungen, viele trugen schwere psychische Schäden davon. Es war die größte Massenpanik-Katastrophe in der deutschen Nachkriegsgeschichte — und am Ende blieb sie ohne juristische Konsequenzen.
Die tödliche Enge
Die Rampe zum Veranstaltungsgelände war nur 20 bis 25 Meter lang und 18 bis 22 Meter breit — viel zu klein für die 1,4 Millionen Besucher, die an diesem Julitag nach Duisburg strömten. Als sich Gerüchte über Überfüllung verbreiteten und Sicherheitskräfte versuchten, Menschen zurückzudrängen, entstand ein Massenpanik mit katastrophalen Folgen. 20 Menschen erstickten oder wurden zu Tode gedrückt, eine Person starb nach einem Sturz.
Die Untersuchungskommission, die 2012 ihren Abschlussbericht vorlegte, stellte fest: Die Katastrophe war vorhersehbar und vermeidbar. Fehlplanung des Veranstalters Lopavent GmbH unter Rainer Schaller, Versäumnisse der Stadt Duisburg unter Oberbürgermeister Adolf Seitschek und unzureichende polizeiliche Maßnahmen unter Einsatzleiter Manfred Reis bildeten ein tödliches Zusammenspiel.
Ein Verfahren ohne Ende
Die Staatsanwaltschaft Duisburg nahm Ermittlungen gegen über 400 Verfahrensbeteiligte auf. 2017 — sieben Jahre nach der Tragödie — erhob sie schließlich Anklage gegen 50 Beschuldigte wegen fahrlässiger Tötung. Darunter befanden sich neben Veranstalter Rainer Schaller auch Oberbürgermeister Adolf Seitschek, Referatsleiter Achim C. und Krisenstab-Leiter Rainer F.

