Statt ihm eine Lektion zu erteilen, gab ihm der Ausbruch die Inspiration, das Kunststück zu wiederholen.
Zweiter Ausbruch: April 2003
Am 14. April 2003 organisierte Payet – offenbar aus dem Gefängnis heraus – einen weiteren Helikopter-Ausbruch, diesmal erneut aus dem Gefängnis Luynes. Doch dieses Mal befreite er nicht nur sich selbst, sondern drei weitere Häftlinge: Franck Perletto, Michel Valero und Éric Alboreo. Die drei Männer wurden allerdings bereits drei Wochen später wieder gefasst.
Dritter Ausbruch: Nationalfeiertag 2007
Am 14. Juli 2007 – symbolträchtigerweise am französischen Nationalfeiertag, dem Jahrestag des Sturms auf die Bastille – plante Payet seinen dritten Helikopter-Ausbruch. Diesmal aus dem Gefängnis Grasse. Vier maskierte Männer entführten einen Helikopter vom Flughafen Cannes-Mandelieu und holten ihn aus der Haftanstalt.
Dieser Ausbruch war den Behörden zu viel. Nur zwei Tage nach seiner Flucht wurde ein europäischer Haftbefehl ausgestellt.
Ein einzigartiger Rekord
Payet hatte nun etwas nahezu Einzigartiges erreicht: Er war der Architekt der meisten Helikopter-Ausbrüche aus einem Gefängnis. Seine wiederholten Fluchten wurden nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern eine nationale Blamage, die das französische Justizvollzugssystem zwang, sein gesamtes Sicherheitsprotokoll zu überdenken.
Dies war dringend notwendig. Dreimal hatte derselbe Mann sich aus staatlichem Gewahrsam befreien können – mithilfe eines Helikopters.
Erneut gefasst – und immer noch in Haft
Payet wurde nach seinem dritten Ausbruch in Spanien festgenommen und in das Gefängnis Fleury-Mérogis in Frankreich zurückgebracht. Seine ursprüngliche 30-jährige Strafe wurde um weitere 9 Jahre verlängert – eine Konsequenz seiner wiederholten Ausbrüche.
Stand 2024 sitzt Pascal Payet noch immer in einem französischen Gefängnis ein, wo er nun mit genau jenen Luftsicherheitsmaßnahmen konfrontiert wird, zu deren Aufbau seine eigenen Taten die Behörden zwangen.
Seine Geschichte ist ein einzigartiges Beispiel für das Aufeinandertreffen menschlichen Erfindungsreichtums und institutioneller Schwäche – und wie die Entschlossenheit eines einzelnen Mannes eine ganze Nation dazu zwingen kann, ihre Sicherheitssysteme kostspielig neu zu konzipieren.