
Martha-Moxley-Mord: Wenn Geständnisse vor Gericht scheitern
Überzeugung durch Zeugenaussagen allein — ein Justizirrtum
Quick Facts
Ein Teenager-Mord wird zum Lehrbuchfall für Justizirrtümer
Die 15-jährige Martha Elizabeth Moxley wurde am 30. Oktober 1975 in Belle Haven, Connecticut erschlagen aufgefunden — die Tatwaffe: ein Golfschläger. Belle Haven ist kein gewöhnlicher Vorort: Das Wohngebiet zählt zu den exklusivsten in den USA, unmittelbar neben Greenwich. Der Mord an einem Kind aus wohlhabender Familie schockierte die Region. Die Ermittlungen wurden intensiviert.
Martha hatte an diesem Abend mit Freundinnen über einen Jungen aus der Nachbarschaft gesprochen — Michael Skakel, ebenfalls 15 Jahre alt. Der Verdacht fiel schnell auf ihn. Doch es sollte 25 Jahre dauern, bis Anklage erhoben wurde.
Geständnisse aus einer Militärschule als Anklagegrundlage
Die entscheidenden Beweise gegen Skakel stammten nicht vom Tatort. Es gab keine DNA-Spuren, keine Fingerabdrücke, keine konkreten physischen Beweise. Stattdessen stützte sich die Staatsanwaltschaft auf Aussagen von Mitschülern aus der Elan Military School — ein streng geführtes Internat in Maine, das Skakel nach dem Mord besucht hatte.
Gregory Coleman, ein ehemaliger Klassenkamerad, berichtete vor Gericht von einem angeblichen Geständnis aus dem Jahr 1978. Skakel habe gesagt: "I did it" — ich habe es getan. Charles Seigan machte ähnliche Aussagen. Weitere Zeugen wie Andrew Pugh und James Dowdle berichteten von Äußerungen wie "I am going to get away with murder" (Ich werde damit davonkommen).