
Making a Murderer: Die Steven-Avery-Geschichte auf Netflix
Wie ein Mann nach 18 Jahren Unschuldshaft erneut des Mordes angeklagt wurde
Quick Facts
Die Netflix-Serie, die das US-Justizsystem infrage stellte
Die Netflix-Dokumentarserie Making a Murderer startete 2015 und wurde zu einem weltweiten Phänomen. Die Regisseurinnen Laura Ricciardi und Moira Demos erzählen darin eine der komplexesten Kriminalgeschichten der jüngeren Vergangenheit: die des US-Amerikaners Steven Avery, der zweimal verurteilt wurde – getrennt durch 18 Jahre Haft für ein Verbrechen, das er nicht begangen hatte.
1985 wurde Avery wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Fast zwei Jahrzehnte später, im Jahr 2003, wurde er vollständig freigesprochen und aus der Haft entlassen. DNA-Beweise hatten seine Unschuld bewiesen. Er hatte 18 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht – unschuldig.
Doch die Freiheit währte nicht lange. Bereits 2005, nur zwei Jahre nach seiner Entlassung, wurde Avery erneut verhaftet – diesmal wegen des Mordes an der Fotografin Teresa Halbach. 2007 erfolgte die Verurteilung wegen Mord.
Brendan Dassey: Das zweite Opfer des Systems
Die Serie beleuchtet nicht nur Steven Averys Schicksal, sondern auch das seines Neffen Brendan Dassey. Der damals 16-jährige Teenager wurde als Mittäter am Mord an Teresa Halbach angeklagt und verurteilt. Die Anklagepunkte: sexueller Übergriff, Beihilfe zum Tötungsdelikt und Leichenschändung.
Besonders brisant: Die Dokumentation zeigt auf, wie Dasseys Geständnis unter fragwürdigen Umständen zustande kam. Die Serie wirft der Staatsanwaltschaft vor, den minderjährigen Dassey ohne angemessenen Rechtsbeistand zu einem Geständnis gedrängt zu haben. Seine intellektuellen Einschränkungen und sein junges Alter hätten ihn besonders verletzlich gemacht.


