
Oscar Pistorius: Vom Sporthelden zum Mörder
Wie der Paralympics-Star seine Freundin Reeva Steenkamp erschoss
Quick Facts
Der südafrikanische Paralympics-Athlet Oscar Pistorius erschoss am Valentinstag 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp in seinem Haus in Pretoria. Der als "Blade Runner" weltweit bekannte Sportler löste damit einen der spektakulärsten Mordprozesse in der Geschichte Südafrikas aus. Eine neue Dokumentarserie auf Netflix beleuchtet den Fall nun umfassend.
Die tödlichen Schüsse
In den frühen Morgenstunden des 14. Februar 2013 feuerte Oscar Pistorius vier Schüsse durch die geschlossene Tür seines Badezimmers ab. Drei der Kugeln trafen seine 29-jährige Freundin Reeva Steenkamp, ein bekanntes Model und Juristin. Sie starb noch am Tatort.
Pistorius behauptete von Anfang an, er habe geglaubt, ein Einbrecher verstecke sich hinter der Tür. Die südafrikanische Staatsanwaltschaft sah das anders: Ankläger Gerrie Nel argumentierte, dass es sich um einen geplanten Mord handelte.
Der Prozess vor dem High Court
Am 3. März 2014 begann der Prozess vor dem High Court in Pretoria unter dem Vorsitz von Richterin Thokozile Masipa. Die Verhandlung wurde international mit größter Aufmerksamkeit verfolgt – der gefallene Sportheld stand im Mittelpunkt eines Medienzirkus.
Die Beweislage war komplex: Zeugen berichteten von Streitereien in der Tatnacht, forensische Gutachter rekonstruierten den Schusswinkel, Psychologen analysierten Pistorius' Gemütszustand. Der Athlet selbst weinte häufig vor Gericht und erbrach sich bei der Schilderung der Tat.
Vom Totschlag zum Mord
Am 11. und 12. September 2014 verkündete Richterin Masipa ein überraschendes Urteil: nicht schuldig des Mordes, aber schuldig der fahrlässigen Tötung (culpable homicide). Im Oktober 2014 erhielt Pistorius lediglich fünf Jahre Haft – eine aus Sicht vieler Beobachter milde Strafe.


