Das Geld, das die Mafia anzog
Eine zentrale Verbindung zwischen Hoffa und dem organisierte Kriminalität lag im Pensionsfonds der Teamsters. Dieser hatte zu jener Zeit ein Vermögen von 2,2 Milliarden Dollar angehäuft – eine enorme Summe, die Begehrlichkeiten weckte. Hoffa nutzte diese Kapitalbasis, um Kredite an Mafia-Verbindungen zu vergeben und sich so die Unterstützung der Unterwelt zu sichern.
Diese Verbindungen sollten später entscheidend werden, um zu verstehen, was vermutlich geschah. Als Hoffa ein Comeback plante und wieder Präsident der Teamsters werden wollte, soll er gedroht haben, die Verbindungen zwischen Gewerkschaft und organisiertem Verbrechen offenzulegen, falls man ihm Steine in den Weg legen würde. Eine gefährliche Drohung gegen mächtige Gegner.
Das letzte Treffen, das nie stattfand
An dem Tag, an dem Hoffa verschwand, sollte er sich mit zwei Männern treffen: Anthony "Tony Jack" Giacalone, einem Mafia-Capo aus Detroit, und Anthony "Tony Pro" Provenzano, einem Teamsters-Funktionär aus New Jersey mit engen Verbindungen zur Genovese-Familie. Beide waren bekannte Figuren im organisierten Verbrechen.
Hoffa kam zum vereinbarten Treffpunkt, dem Parkplatz des Machus Red Fox Restaurants. Doch das Treffen fand nie statt. Sein 1974er Pontiac wurde später verlassen auf dem Parkplatz gefunden. Hoffa selbst wurde nie wieder gesehen.
Augenzeugen wollen gesehen haben, wie Hoffa in ein Fahrzeug stieg – möglicherweise in der Annahme, zum eigentlichen Treffpunkt gefahren zu werden. Was danach geschah, bleibt bis heute Spekulation.
Die Ermittlungen und die Hauptverdächtigen
Das FBI stufte Hoffas Verschwinden schnell als Tötungsdelikt ein. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass sein Verschwinden höchstwahrscheinlich mit seinem Versuch zusammenhing, wieder die Kontrolle über die Teamsters zu erlangen – und mit seiner Drohung, die Verbindungen zur Mafia offenzulegen.
Im Dezember 1975 sagte ein Bundesermittler aus, dass drei Männer aus New Jersey in Hoffas Entführung und Ermordung verwickelt gewesen seien: Thomas Andretta, Salvatore Briguglio und Gabriel Briguglio – allesamt Mitglieder der organisierten Kriminalität.
Doch trotz intensiver Ermittlungen, zahlreicher Zeugenaussagen und dutzender Durchsuchungen wurde Hoffas Leiche nie gefunden. Die Theorien über seinen Verbleib reichen von Einbetonierung in Fundamenten über Verbrennung bis hin zu Verscharrung auf abgelegenen Grundstücken. Keine dieser Theorien konnte je bestätigt werden.
Ein Rätsel, das bleibt
Am 30. Juli 1982 – genau sieben Jahre nach seinem Verschwinden – wurde Jimmy Hoffa offiziell für tot erklärt. Doch sein Verbleib bleibt ungeklärt.
Fast fünf Jahrzehnte später gilt Jimmy Hoffas Schicksal weiterhin als eines der größten ungelösten Mysterien der amerikanischen Kriminalgeschichte. Niemand wurde jemals für seinen mutmaßlichen Mord angeklagt oder verurteilt. Die Frage "Was geschah mit Jimmy Hoffa?" fasziniert bis heute Ermittler, Journalisten und True-Crime-Interessierte auf der ganzen Welt.
Der Fall zeigt eindrücklich, wie tief die Verbindungen zwischen Gewerkschaften, Politik und organisiertem Verbrechen im Amerika der 1970er Jahre reichten – und wie manche Geheimnisse für immer im Dunkeln bleiben können.